10.01.2021

FDP fordert bessere Arbeitsintegration und attraktive Bedingungen für mehr Arbeitsplätze

Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) rechnet wegen der Corona-Krise mit bis zu 76‘000 neuen Sozialhilfebezügern in der Schweiz. Das verschärft auch die Situation in Winterthur. Die Antwort muss eine funktionierende Arbeitsintegration und die Schaffung von Arbeitsplätzen sein.

Die Zahl der Stellensuchenden in der Stadt Winterthur betrug im November 2020 3‘302, das ist der höchste Wert seit Januar 2010. In der Budgetplanung rechnet der Stadtrat mit einer Zunahme der auf Sozialhilfe angewiesenen Menschen von 3% 2021 und 1.6% 2022. Diese Schätzung muss man aber mit Vorsicht betrachten, weil gerade die kurzfristig von Sozialhilfe Betroffenen weniger schnell eine neue Stelle finden werden in der jetzigen Krise. Bei 51% der 2019 abgeschlossenen Fälle in der Sozialhilfe war die Bezugsdauer bis 1 Jahr.

Corona führt zu einer Verschärfung eines bereits bestehenden Problems der Stadt. Von 2001 bis 2019 nahm die Anzahl der von Sozialhilfe betroffenen Menschen um 217% auf 4‘347 zu. Winterthur belegt in der BFS Sozialhilfestatistik den 11. von 14 Rängen der grössten Städte in der Schweiz. In den letzten 9 Jahren sind wir abgestiegen, so haben uns die Städte Bern, Zürich und auch Schlieren überholt.

Eine funktionierende und effektive Arbeitsintegration ist nebst der Schaffung von Arbeitsplätzen, ermöglicht durch attraktive Bedingungen für Unternehmen in der Stadt, der wesentliche Erfolgsfaktor. Der Stadtrat hat es bis jetzt versäumt eine detaillierte Auslegeordnung und ein Umsetzungskonzept für eine bessere Arbeitsintegration zu liefern. Die Zeit wird knapp, in spätestens 2 Jahren werden die Menschen welche ihre Stelle Corona bedingt verloren haben und keine neue finden konnten nicht mehr von der Arbeitslosenversicherung unterstützt werden und auf Sozialhilfe angewiesen sein.

Urs Bänziger, Gemeinderat FDP

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