14.08.2023
Informationsanlass zu den 10 geplanten Windenergieanlagen auf dem Berenberg, Chomberg und Äschberg
Der Zürcher Baudirektor Martin Neukom will den Ausbau der Windkraft auf Zürcher Boden vorantreiben. Er setzt auf Windkraft, weil für eine Stromversorgung mit erneuerbaren Energien alle Möglichkeiten genutzt werden müssten. Im Raum Winterthur sind auf dem Berenberg zwischen Wülflingen und Pfungen, dem Chomberg zwischen Dättnau und Brütten und dem Äschberg nördlich von Reutlingen, Stadel und Seuzach insgesamt zehn Windräder geplant.
Das Amt für Energie des Kantons Zürich hat bereits im Jahr 2013 eine Studie in Auftrag gegeben, um das Windpotenzial und seine räumliche Verteilung zu untersuchen. Der damalige Bericht zeigte auf, dass der Kanton Zürich kein nennenswertes Windpotenzial für die Nutzung der Windenergie aufweist. Im Dezember 2022 erschien unter dem grünen Baudirektor Neukom ein neuer Grundlagenbericht, der nun entgegen dem ersten Bericht 49 mögliche Standorte (mittlerweile erweitert auf 56) ausweist. Mit dieser Planung würde Zürich die höchste Dichte von Windkraftanlagen in der ganzen Schweiz aufweisen.
Das Hauptargument gegen Windenergie im Kanton Zürich ist und bleibt das viel zu geringe Windpotenzial. Die Schweiz hat das schlechteste Windpotenzial in ganz Europa. Und Zürich hat noch viel schlechtere Voraussetzungen als die etwas windreicheren Regionen der Schweiz wie Jura oder Wallis. Dennoch werden alle Kantone verpflichtet, mögliche Standorte zu prüfen. Berechnungen haben ergeben, dass die durchschnittliche Windgeschwindigkeit im Zürcher Kantonsgebiet auf 100 m Höhe über Grund weniger als 5 m/s beträgt, nur auf wenigen Hügeln liegt sie darüber. Das ist auch für Schweizer Windverhältnisse sehr schlecht. Mit zunehmender Höhe steigt die Windgeschwindigkeit. Das heisst, je höher der Turm der Windkraftanlage ist, desto mehr Wind kann geerntet werden. Im Vergleich zu ihren Dimensionen erzeugen Windenergieanlagen allgemein nur wenig Strom. Eine Anlage produziert unter den gegebenen Schwachwindverhältnissen 4-5 Gigawattstunden (GWh)/Jahr, die KVA Hagenholz dagegen beispielsweise 126 GWh.
Mit der neu gegründeten «Zürich Wind», der Zürcher Kooperation zwischen EKZ, ewz und Stadtwerk Winterthur, soll der Bau von Windkraftanlagen im Kanton Zürich sichergestellt werden. Dem CEO der EKZ Urs Rengel ist klar, dass Windprojekte von der Bevölkerung nicht überall begrüsst werden, deshalb kündigte Zürich Wind an, auf den Dialog zu setzen und Windprojekte nur mit Unterstützung der lokalen Bevölkerung realisieren zu wollen. Ihm scheint nicht entgangen zu sein, dass im Frühling die Gemeinde Hagenbuch an ihrer Gemeindeversammlung mit knapp 80% Zustimmung einen Mindestabstand zwischen industriellen Windturbinen und Wohngebäuden beschlossen hat, dass in mindestens sechs weiteren Gemeinden im Kanton bereits Initiativen für solche Mindestabstände eingereicht wurden und in weiteren Gemeinden das Einreichen solcher Initiativen geplant ist. Der Baudirektor Martin Neukom setzt aber nicht auf einen Dialog, sondern möchte die Bevölkerung von der Mitbestimmung ausschliessen. Er hat angekündigt, kommunale Vorschriften für Mindestabstände nicht bewilligen zu wollen. Damit soll dem Widerstand der Bevölkerung vieler betroffener Gemeinden der Wind aus den Segeln genommen und weitere Gemeinden davon abgehalten werden, Mindestabstände zu beschliessen. Zudem wird er kaum in Betracht ziehen, die Bevölkerung des Kanton Zürich sachlich über die geplanten Windenergiezonen zu informieren. Darum organisiert Freie Landschaft Zürich in Zusammenarbeit mit der SVP Winterthur eine Veranstaltung mit sachlichen Informationen über die in Winterthur geplanten Windkraftanlagen (siehe separate Einladung), zu der alle herzlich eingeladen sind.
Maria Wegelin, Präsidentin SVP Winterthur