12.01.2026 | Thomas Anwander
Wirtschaftlicher Gegenwind – Winterthur muss jetzt handeln
Die Zeichen verdichten sich: Die Arbeitslosenzahlen nehmen auch in der Region Winterthur zu, während gleichzeitig viele Unternehmen über einen spürbaren Anstieg der Bewerbungen auf offene Stellen berichten. Dies ein klassisches Signal dafür, dass der Arbeitsmarkt an Dynamik verliert. Das wirtschaftliche Umfeld wird schwieriger. Gründe dafür sind vielfältig: die protektionistische US-Zollpolitik, geostrategische und konjunkturelle Unsicherheiten und der rasante Technologiewandel, insbesondere durch Künstliche Intelligenz (KI), die traditionelle Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze bedroht.
Diese globalen Entwicklungen treffen auch Winterthur. Als Wirtschaftsstandort mit industriellen Wurzeln, wachsendem Dienstleistungssektor und starker Innovationsbasis steht die Stadt vor der Aufgabe, ihre Attraktivität aktiv zu sichern und auszubauen. Gute Rahmenbedingungen entstehen nicht von selbst – sie sind das Ergebnis bewusster politischer Entscheidungen.
Arbeitsplätze entstehen dort, wo Unternehmen investieren können, wo Planungssicherheit herrscht und wo unternehmerische Initiative nicht durch überbordende Regulierungen gebremst wird. Gute Rahmenbedingungen entstehen nicht von selbst- sie sind das Ergebnis bewusster politischer Entscheide.
Ein zentraler Hebel auf kommunaler Ebene ist das Bauen. Bauvorhaben und Bewilligungsprozesse dauern oft zu lange und sind von zu vielen Vorschriften flankiert. Wir müssen den administrativen Aufwand reduzieren, damit Investitionen schneller realisiert werden können.
Ebenso entscheidend ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur. Unternehmen sind auf verlässliche Erreichbarkeit angewiesen – für Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden sowie für den Güterverkehr. Investitionen in den öffentlichen Verkehr, aber auch funktionierende und leistungsfähige Strassenverbindungen, sind Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit der Region.
Der Weg zur Klimaneutralität ist unbestritten, doch er muss wirtschaftlich machbar sein. Ideologiegetriebene Zeitpläne dürfen die Existenz unserer Betriebe nicht gefährden. Wir brauchen realistische Übergangsfristen und Ziele, die technologisch und finanziell tragbar sind.
Um im kantonalen und nationalen Vergleich konkurrenzfähig zu bleiben, muss die Steuerbelastung für Unternehmen und Fachkräfte kritisch hinterfragt werden. Ein attraktiver Steuersatz ist oft das Zünglein an der Waage, wenn es um Neuansiedlungen oder Standorterweiterungen geht.
Fazit: Agieren statt Reagieren
Der Wirtschaftsstandort Winterthur steht vor Herausforderungen. Wir haben die Chance, die Transformation aktiv zu gestalten – weg von der reinen Verwaltung des Status Quo, hin zu einer proaktiven Wirtschaftspolitik. Nur mit einem klaren Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit sichern wir den Wohlstand und die Arbeitsplätze unserer Stadt.
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