24.06.2020

Dürfen Familien von Rabatten für Kultur- und Sportaktivitäten profitieren?

Wieso soll es in unserer Zeit nicht möglich sein, eine generelle Rabattkarte – wir nennen es die Family Card – für in Winterthur wohnhafte Familien einzuführen, damit sie gemeinsam kulturelle und sportliche Institutionen zu vergünstigten Konditionen besuchen können?

Es gibt zwar einen Sportpass in unserer Stadt, was sehr löblich ist und bei seiner Einführung vor 25 Jahren eine Pionierleistung war. Und es gibt auch andere Vergünstigungen wie etwa die Caritas-Card, die beantragt werden kann, um vergünstigt in Museen Eintritt zu erhalten. Doch koordiniert ist das Ganze nicht und die Stadt ruht sich auf Errungenem aus, das doch inzwischen schon viele Jahre her ist. Der Sportpass erlaubt zwar den vergünstigten Familien-Eintritt in Schwimmbäder. Vielmehr ist es aber nicht. Museen, von denen es in unserer Stadt doch einige gibt, sind davon ausgenommen! Und so fragt sich, wieso es, wie in anderen Lebensbereichen auch – z.B. im öffentlichen Verkehr – nicht möglich sein sollte, eine pauschale Rabattkarte für Familien einführen zu können?

Der Stadtrat sagt dazu nein, wie er in seiner Antwort auf unsere Anfrage im Grossen Gemeinderat (Zuraikat CVP/Kocher GLP – 2019.217) formuliert: „Der Stadtrat erachtet die Einführung einer Family Card nicht als sinnvoll». Ausserdem erachte er das Bestreben einer Harmonisierung als sehr schwierig, da es nicht einfach sei zu erkennen, welche Trägerschaften hinter den Kultur- und Sportinstitutionen stehen. Wir dagegen sind der Meinung: Der Stadtrat sollte die Gelegenheit nutzen, eine Vereinheitlichung der Rabattlandschaft anzustreben und Synergien zwischen den jeweiligen Departementen, Kultur- und Sporteinrichtungen herzustellen. Dabei gäbe es für die Anbieterseite doch klare Vorteile: Abgesehen davon, von mehr Kundschaft mehr Gewinn generieren zu können, bestünde auch die Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenbindungen zu verstärken.

Mit einer Familienrabattkarte, mit der Family Card, wird es sowohl für die Anbieter wie auch die Kundschaft klar, was für ein Rabatt gewährt wird. Dabei soll nicht nur auf das Angebot fokussiert werden, sondern auch die verschiedenen Altersgruppen einheitlich definiert werden. Eine Grossmutter oder ein Grossvater in Begleitung einer Enkelin oder eines Enkels sollte genauso profitieren können wie Mutter/Vater mit ihren Kindern. Eine Family Card, wie sie uns vorschwebt, sollte für alle Familienkonstellationen gültig sein. Während der Zeit der Covid-19-Einschränkungen haben wir gelernt, wie wichtig es ist, die Zeit mit unseren Liebsten zu verbringen und etwas Gemeinsames zu unternehmen. Verbundenheit, Familie, gemeinsam etwas unternehmen, das sind die Treiber für Gemeinschaft in der Zukunft. Der Stadtrat darf sich gerade jetzt nicht zurücklehnen und sich untätig zeigen. Wir von der CVP und der GLP Winterthur wollen einen Beitrag dazu leisten und möchten ein Postulat einreichen. Wir hoffen auf weitere Unterstützung und Miteinreichung seitens der anderen Parteien zählen zu können!

André Zuraikat, Gemeinderat/Präsident CVP Winterthur

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Joelson Harry 05.07.2020, 20:25

1. Warum englisch? "Familienkarte" oder Win-Karte täte auch.
2. Falls nicht für Familien möglich, wären einzelne Win-Karten für die hiesige Bevölkerung von Vorteil, damit alle, die hier Steuern bezahlen, mit ihren Familien Vergünstigungen erhalten.
3. Vgl. die A-Kaart der belgischen Stadt Antwerpen: https://www.antwerpen.be/nl/overzicht/a-kaart/zo-werkt-de-a-kaart
(Kann mit Google-Translate übersetzt werden)

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