04.06.2026 | Andrin Gross
Worum geht es bei den 3 kantonalen Wohnvorlagen?
Am 14. Juni stimmt der Kanton Zürich über gleich drei Vorlagen zum Thema Wohnen ab: die Wohneigentums-Initiative, die Wohnungsinitiative und die Wohnschutz-Initiative. Dass Wohnen derzeit viele Menschen beschäftigt, ist wenig überraschend. Die Mieten sind hoch, Wohnraum ist knapp und Wohneigentum rückt für viele immer weiter in die Ferne. Die drei Vorlagen greifen diese Probleme auf, schlagen aber sehr unterschiedliche Wege vor.
Wohneigentums-Initiative
Die Wohneigentums-Initiative verlangt, dass öffentliche Gelder für die Wohnbauförderung künftig nicht mehr nur vor allem in Mietwohnungen fliessen. Stattdessen sollen geförderte Projekte je zur Hälfte aus selbst genutztem Wohneigentum und Mietwohnungen bestehen. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn der Staat Wohnraum unterstützt, soll auch Wohneigentum stärker berücksichtigt werden.
Gerade im Kanton Zürich ist der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses für viele Familien, junge Paare oder Mittelstandshaushalte kaum mehr realistisch. Die Initiative will hier Gegensteuer geben und dafür sorgen, dass Wohneigentum nicht nur für sehr hohe Einkommen erreichbar bleibt. Wer selbst genutztes Wohneigentum stärkt, stärkt auch Eigenverantwortung, Vermögensbildung und eine breitere Verankerung von Eigentum in der Bevölkerung.
Wohnungsinitiative und Gegenvorschlag
Die Wohnungsinitiative geht in eine andere Richtung. Sie verlangt die Schaffung einer kantonalen Wohnanstalt. Diese öffentlich-rechtliche Anstalt könnte günstigen Wohnraum bauen, kaufen, verwalten oder vermieten. Der Kanton würde damit selbst deutlich stärker als Akteur auf dem Wohnungsmarkt auftreten.
Das Ziel, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist nachvollziehbar. Aus Sicht der HAW ist der vorgeschlagene Weg aber problematisch. Eine neue kantonale Wohnanstalt würde zusätzliche staatliche Strukturen schaffen und viel Geld benötigen. Zudem stellt sich die Frage, ob der Staat selbst als grosser Anbieter auftreten soll – oder ob es nicht sinnvoller wäre, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit private und gemeinnützige Bauträger mehr Wohnraum realisieren können.
Genau hier setzt der Gegenvorschlag an. Er geht weniger weit als die Initiative. In der Kantonsverfassung soll festgehalten werden, dass der Kanton günstige Rahmenbedingungen für ein ausreichendes und bedarfsgerechtes Wohnraumangebot schaffen soll. Das Wohnproblem wird damit anerkannt, ohne gleich eine neue staatliche Institution aufzubauen. Die HAW lehnt die Wohnungsinitiative deshalb ab und unterstützt den Gegenvorschlag. Er ist aus ihrer Sicht flexibler, verhältnismässiger und setzt stärker darauf, Wohnraum zu ermöglichen, statt ihn staatlich zu organisieren.
Wohnschutz-Initiative und Gegenvorschlag
Die Wohnschutz-Initiative will den Gemeinden mehr Möglichkeiten geben, in den Wohnungsmarkt einzugreifen. Gemeinden könnten künftig zum Beispiel Mietpreise nach Renovationen, Umbauten oder Ersatzneubauten befristet begrenzen. Auch die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen könnte eingeschränkt werden. Damit sollen Leerkündigungen verhindert und günstige Wohnungen geschützt werden.
Auch hier ist das Anliegen verständlich. Niemand will, dass Menschen leichtfertig aus ihren Wohnungen verdrängt werden. Aus Sicht der HAW führt die Initiative aber in die falsche Richtung. Direkte Eingriffe in Mietpreise können den Wohnungsmarkt verzerren und Investitionen unattraktiver machen. Betroffen wären dabei nicht nur private Eigentümer, sondern auch Pensionskassen, Gewerbe und institutionelle Anleger, die Wohnraum bereitstellen oder in Immobilien investieren. Wenn Sanierungen und Ersatzneubauten erschwert werden, kann das am Ende sogar dazu führen, dass weniger moderner und zusätzlicher Wohnraum entsteht.
Auch zu dieser Vorlage gibt es einen Gegenvorschlag. Er nimmt das Problem der Leerkündigungen auf, greift aber weniger stark in die Mietzinsgestaltung ein. Stattdessen setzt er eher auf Regeln für grössere Bauvorhaben und eine sozialverträglichere Ausgestaltung. Die HAW lehnt deshalb die Wohnschutz-Initiative ab und unterstützt den Gegenvorschlag.
Fazit
Die drei Vorlagen zeigen gut, wie unterschiedlich die Antworten auf die Wohnungsfrage im Kanton Zürich ausfallen können. Aus Sicht der HAW braucht es mehr Wohnraum, bessere Rahmenbedingungen und eine stärkere Berücksichtigung von Wohneigentum sowie kürzere Bewiliigungsverfahren. Neue staatliche Grossstrukturen und direkte Eingriffe in Mietpreise sind hingegen nicht der richtige Weg.
Fazit
Die drei Vorlagen zeigen gut, wie unterschiedlich die Antworten auf die Wohnungsfrage im Kanton Zürich ausfallen können. Aus Sicht der HAW braucht es mehr Wohnraum, bessere Rahmenbedingungen und eine stärkere Berücksichtigung von Wohneigentum sowie kürzere Bewiliigungsverfahren. Neue staatliche Grossstrukturen und direkte Eingriffe in Mietpreise sind hingegen nicht der richtige Weg.
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