30.09.2021

Winterthurer Klimapolitik ganz konkret: die ehrgeizigen Ziele will man im Schleichgang erreichen

Bekanntlich hat es rund 3 Jahre gedauert, bis es die Winterthurer Politik geschafft hat, 5 Zahlen und ein Wort auf ein Papier zu schreiben: Nämlich Netto-0 2050. Nach 2 Jahren Bearbeitungszeit ist links-grün dann wenige Augenblicke vor der Beschlussfassung auf die vermeintlich brillante Idee gekommen, man könne ja auch 2040 schreiben – wohl um zu suggerieren, dass man es wirklich ernst meine.

Ebenfalls rund 3 Jahre hätten alle Exponenten Zeit gehabt, dieses abstrakte Ziel mit Taten zu untermauern. Anlässlich der letzten Gemeinderatssitzung wurden tatsächlich zahlreiche Klimavorstösse debattiert. Wer aber auf grosse Taten gehofft hat, dürfte arg enttäuscht sein: Energiezonen? Vielleicht später. Anreize für energetische Sanierungen? Zu anstrengend. Förderung von PV-Anlagen? Grundsätzlich ja, aber auf keinen Fall in Kernzonen, da verbieten wir es generell. Umgang mit der ungenutzten KVA-Abwärme? Möchte man gerne besser nutzen, aber man hat keine Abnehmer – die Traglufthalle Geiselweid als gut geeignete Abnehmerin wurde mit tatkräftiger Unterstützung von links-grün versenkt. Mehr städtische Fahrzeuge, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden? 10 Jahre nachdem sich der Stadtrat gemäss eigenen Aussagen diesem Ziel angenommen hat, wurde nun anscheinend eine Arbeitsgruppe eingesetzt und sei «grundsätzlich in der Umsetzung». Hilfe bei der Suche nach einem Standort für eine Wasserstofftankstelle? Nein, diese Technologie interessiert uns nicht. Verkehrsfreie Tage in Winterthur? Der eine, welcher vor über 2 Jahren beschlossen wurde, konnte bis jetzt nicht durchgeführt werden, hat aber schon umso mehr an Planungskosten verschlungen. Die Parlamentsmehrheit will nun trotzdem 4 pro Jahr davon, obwohl damit kein Milligramm CO2 eingespart wird.

Langer Rede kurzer Sinn: Ernst machen mit Klimapolitik müssen wir nicht bei der Zielsetzung, sondern bei den Umsetzungsideen und -taten.

Urs Hofer, Fraktionspräsident FDP

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Markus Wettstein 06.10.2021, 09:10

Das Trauerspiel setzt sich auf kantonaler und nationaler Ebene fort. Alle schreien nach alternativen Energien, vor allem natürlich nach mehr Strom. Gleichzeitig blockieren gerade jene, die am lautesten schreien, die Links-Grünen, alle Versuche, im Inland diesen zusätzlichen Strom zu generieren. Dutzende von Bauprojekten für Windturbinen, PV-Anlagen (z.B.in Landwirtschaftszonen) und Ausbauten von Stauseen werden jahrelang blockiert, bis den Investoren die Lust und vor allem die Geduld ausgeht. Zudem wird auf allen Ebenen versucht, unsere Atomkraftwerke so schnell wie möglich vom Netz zu nehmen. Es scheint Links-Grün nicht zu kümmern, dass wir immer noch kein Stromabkommen mit der EU haben und wir vor allem im Winter schon sehr bald eine riesige Stromlücke riskieren.
Unter dem Jahr viel Lärm und Wirbel zu veranstalten(Strassen zu besetzen) ist eben einfacher als langfristig zu planen und wichtige Projekte umzusetzen.

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