15.04.2026 | FDP Winterthur
„Winterthur mit Kontinuität und frischem Wind führen“
Stefan Fritschi im Gespräch über seine Kandidatur für das Stadtpräsidium, die Herausforderungen der Eulachstadt und die Frage, warum Gelassenheit im Stadthaus so wichtig ist.
Herr Fritschi, Sie sind seit 2010 im Stadtrat und kennen die Verwaltung in- und auswendig. Warum reizt Sie gerade jetzt das Amt des Stadtpräsidenten?
Winterthur steht an einem spannenden Wendepunkt. Wir wachsen, wir modernisieren uns, und gleichzeitig wollen wir unseren eigenständigen Charakter bewahren. Nach 16 Jahren in der Exekutive bringe ich die nötige Erfahrung mit, um dieses Schiff auch durch unruhigere Gewässer zu steuern. Ich möchte nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten und die verschiedenen Interessen in dieser Stadt zusammenführen. Es ist Zeit, die Puzzleteile der verschiedenen Departemente zu einem grossen, zukunftsgerichteten Bild zusammenzusetzen.
Als Stadtpräsident wären Sie das Gesicht Winterthurs nach aussen. Welches Image der Stadt möchten Sie in den Rest der Schweiz tragen?
Winterthur wird oft als die „kleine Schwester“ von Zürich gesehen – völlig zu Unrecht! Wir sind ein Kraftzentrum für Bildung, Kultur und Innovation. Ich möchte zeigen, dass wir eine Stadt sind, die mutig vorangeht, sei es bei der Digitalisierung oder der nachhaltigen Stadtentwicklung, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Mein Ziel ist ein Winterthur, das stolz auf seine industriellen Wurzeln ist, aber gleichzeitig als moderner, smarter Lebensraum wahrgenommen wird.
Die Finanzen sind in Winterthur oft ein schwieriges Pflaster. Wie wollen Sie den Spagat zwischen nötigen Investitionen und Steuerattraktivität schaffen?
Das ist die Königsdisziplin. Wir müssen klug investieren – in die Infrastruktur und in die Lebensqualität –, aber wir dürfen die kommenden Generationen nicht mit Schulden erdrücken. Ich stehe für eine pragmatische Finanzpolitik. Das bedeutet: Prioritäten setzen. Nicht jedes Projekt, das wünschenswert ist, ist sofort machbar. Ich setze auf einen offenen Dialog mit der Wirtschaft und der Bevölkerung, um gemeinsam zu entscheiden, wo wir die Hebel ansetzen, damit Winterthur finanziell auf gesunden Beinen steht.
Man kennt Sie als besonnenen Politiker. Gibt es Momente, in denen auch ein Stefan Fritschi mal die Geduld verliert?
(lacht) Oh ja, die gibt es durchaus. Ungeduldig werde ich vor allem dann, wenn Ideologien über pragmatischen Lösungen stehen und wir uns in endlosen Debatten im Kreis drehen, während die Probleme eigentlich auf dem Tisch liegen. Ich bin ein Freund des lösungsorientierten Arbeitens. Im Stadtrat schätze ich die Kollegialität, aber wenn es um die Sache geht, kann ich sehr hartnäckig sein. Privat strapaziere ich die Geduld höchstens mal, wenn ich beim Jassen mit Freunden zum x-ten Mal verliere.
Zum Schluss: Was ist Ihr persönlicher Lieblingsort in Winterthur, an dem Sie Kraft für den Wahlkampf tanken?
Es gibt nichts Schöneres, als am frühen Abend am Waldrand zu joggen oder durch die Gassen der Altstadt zu spazieren. In diesen Momenten spüre ich die Energie dieser Stadt. Es ist diese Mischung aus urbanem Leben und der unmittelbaren Nähe zur Natur, die mich immer wieder antreibt, das Beste für Winterthur herauszuholen.
Sagen Sie uns Ihre Meinung
Kommentar schreiben