Forum Winterthur

05.10.2026
Winduction baut in Winterthur Testinfrastruktur auf

Zürich/Winterthur - Winduction baut in Winterthur ein Versuchslabor und eine eigene Testhaltestelle für Elektrobusse auf. Sie werden so umgerüstet, dass sie an Haltestellen über den Kontakt ihres Hinterrads mit einer Bodenplatte aufgeladen werden. Das System soll Betreibern erhebliche Einsparungen ermöglichen.

(CONNECT) Winduction baut in Winterthur laut einer Mitteilung eine reale Testinfrastruktur für sein kabelloses Ladesystem auf. Es besteht aus einem Versuchslabor und einer eigenen Testhaltestelle für Elektrobusse. Diese beziehen ihren Strom nicht aus herkömmlicher Ladeinfrastruktur, sondern im laufenden Betrieb an Haltestellen, und zwar über den Kontakt ihrer Räder mit Bodenplatten.

Die 2024 gegründete Zürcher Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ist überzeugt, „dass man Elektrobusse viel billiger betreiben kann, wenn man sie ohne Kabel und regelmässig während der Fahrt auflädt”, so ihr CEO Laurin Schwitter. „Erhebliche Einsparmöglichkeiten” durch dieses induktive Laden belegt Winduction anhand der Buslinie zwischen Zürich Flughafen und Zürich Oerlikon. Wie hoch diese ausfallen, hänge von der Route ab. Eine Machbarkeitsstudie in Zusammenarbeit mit Verkehrsunternehmen quantifiziere dies derzeit.

Da die Busse auch bei kurzen Ladestopps Strom laden, kommen sie mit kleineren Batterien aus. Diese sind sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb deutlich günstiger. Ausserdem lassen sie Platz für mehr Fahrgäste. Die Bodenplatten von Winduction sollen im Vergleich zu einer klassischen Ladeinfrastruktur weniger kosten. Zudem müssten sie auf der genannten Strecke nur an zwei von 24 Stationen nachladen, während eines 16-stündigen Betriebs insgesamt drei Stunden pro Tag und zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Das würde das Stromnetz entlasten. Denn derzeit werden sie alle gleichzeitig nachts fünf Stunden lang geladen.

Ausserdem arbeitet Winduction mit Partnern an der Entwicklung eines völlig neuen, stahlfreien Reifens. Denn Stahl würde mit dem Magnetfeld zwischen Bodenplatte und Rad interagieren und einen grossen Teil des Stroms in Wärme umwandeln statt ihn zu übertragen.

In der neuen Testinfrastruktur in Winterthur „wollen wir sämtliche Komponenten in industrienaher Form zusammenführen”, erklärt Schwitter. „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich einen voll umgerüsteten Elektrobus zu bauen, der auch ausserhalb unseres eigenen Testgeländes eingesetzt werden kann.” 2028 soll der erste Pilotbetrieb starten. Gespräche mit mehreren Schweizer Verkehrsbetrieben laufen den Angaben zufolge bereits. ce/mm

Quelle: Winterthurer Wirtschaft (punkt4.info)

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Kommentar schreiben

Teilen Sie diesen Artikel