15.04.2026
In Baden befürwortet Mehrheit werbefreie Stadt mit Ausnahmen
Baden AG/Winterthur/Liestal BL - Das Pilotprojekt von Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und dem Trägerverein Energiestadt zum Thema werbefreie Stadt Baden ist von der Bevölkerung und den Medien gemischt aufgenommen worden. Sein Ziel war, die lokale Akzeptanz von Werberegulierung zu untersuchen.
(CONNECT) Eine Mehrheit von 60 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger findet eine Reduktion von Werbung im öffentlichen Raum sinnvoll. Dabei sind Frauen und Jüngere dem gegenüber positiver eingestellt als Männer und Ältere. Das zeigt der Abschlussbericht zu einem Forschungsprojekt der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und des Trägervereins Energiestadt.
Dabei sollten im Zeitraum vom 3. bis 23. November 2025 im Gebiet um den Badener Bahnhof Konsumanreize verringert und Erfahrungen darüber gesammelt werden, wie die Bevölkerung dies wahrnimmt und bewertet. Letztlich ging es darum herauszufinden, ob ein werbefreier öffentlicher Raum zu einer Werteverschiebung hin zu nachhaltigerem Konsum beitragen kann. Ausserdem wollten die Durchführenden Grundlagen für eine mögliche Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für Werbung im öffentlichen Raum sammeln.
Während 20 Tagen wurde in diesem Perimeter auf 13 grossen Werbeflächen eine Fotomontage des Hintergrunds aufgebracht, so dass diese Flächen durchsichtig wirkten. Im linken oberen Eck fand sich die rote Stadtmarke „Baden ist.“, darunter stand grösser in Weiss „Ohne Werbung?“ Im linken unteren Eck war zu lesen „Ihre Meinung?“
„Wenn Werbung kurz verschwindet, wird sichtbar, wie stark sie unseren öffentlichen Raum prägt“, so die ZHAW in einer Mitteilung. Als zentrales Ergebnis nennt sie, dass mehr als 70 Prozent der Befragten die Intervention wahrgenommen hätten. Die Resonanz sei positiv gewesen: „Viele berichteten, den Stadtraum bewusster wahrgenommen zu haben.“ Eine Mehrheit sei für Regulierung, aber differenziert, Kultur, lokale Infos und Gewerbe sollten davon ausgenommen werden. Die Medienberichterstattung war laut ZHAW kritischer als die Reaktion der Bevölkerung.
In Baden sei das Thema intensiv und kontrovers diskutiert worden, so die Stadt Baden in einer eigenen Mitteilung. Konkrete Schritte leite sie aus der Studie nicht ab. „Dennoch liefert das Pilotprojekt wertvolle Erkenntnisse für die schweizweite Diskussion über die Rolle von Werbung im öffentlichen Raum sowie zum Konsumverhalten.“ ce/mm
Sagen Sie uns Ihre Meinung
Kommentar schreiben