31.08.2021

Die Rolle der Zinsen

Der Zins ist in einer marktwirtschaftlichen Gesellschaft vielleicht der wichtigste Preis. Er ist die zentrale Grösse im Spar- und Investitionsprozess, massgebend für die Höhe der Vermögenspreise und spielt eine wichtige Rolle in der Einkommens- und Vermögensgleichheit einer Gesellschaft. Eine dauerhafte staatliche Manipulation des Zinses ist höchst problematisch.

Aktuelle politische Diskussionen verschärfen dieses Problem. Die negative Zinsentwicklung liess die Preise für Finanzanlagen, allen voran für Aktien, in die Höhe schnellen. Hohe Bewertungen und Marktverzerrungen sind die Konsequenz. Da wird klar, dass ein konsequentes Risikomanagement immer wichtiger wird. Das dynamische Bewirtschaftungskonzept WCGROB unterstützt uns dabei.

Es gibt Zusammenhänge in der Wirtschaft, die wir eigentlich kennen, deren Bedeutung wir aber irgendwie nicht wahrhaben wollen. Ein solches Thema ist die Rolle der Zinsen im Wirtschaftsleben. Dabei wissen zumindest durchschnittlich gebildete Menschen, wie man Zinsen rechnet und dass ein hoher Zins eher gut für die Sparer und eher schwierig für Kreditnehmer ist. Dass bei der Bewertung der Zinsen auch die Inflation eine Rolle spielen muss, erschliesst sich schon weniger Menschen. Dass Zinsen einen direkten Effekt auf den Wert unseres Vermögens haben, ist schon fast Expertenwissen. Doch auch Experten tun sich schwer, diesen Zusammenhang nicht ständig zu verdrängen. Im Grunde basieren nämlich alle Bewertungen von Finanzanlagen auf demselben Muster; je tiefer der Zins, desto höher der Wert der Anlage. So lässt sich auch nachvollziehen, dass die Hauptkraft hinter dem anhaltend starken Aktienpreisanstieg, nach dem Einbruch zu Beginn der Corona-Krise, die nochmals tieferen Zinsen waren.

Hier lässt sich eine Brücke zur aktuell geführten Diskussion der Vermögensungleichheit (z.B. 99%-Initiative) schlagen. Hintergrund dafür ist die korrekte politische Beobachtung, dass diese Ungleichheit in den letzten Jahrzehnten angestiegen ist. Dass dies im Wesentlichen auf dem Zinseffekt und auf der Bewertung von Finanzanlagen beruht, wird praktisch nie diskutiert. Wenn Vermögende ihr Kapital in Obligationen, Immobilien oder Aktien angelegt haben, sind diese Anlagen allein schon wegen der gefallenen Zinsen angestiegen. Demgegenüber warf das Sparbuch kaum noch Erträge ab. Wenn nun die Folge der anhaltenden Tiefzinspolitik der Zentralbanken die Einführung oder Erhöhung von Kapitalsteuern durch die Politik wäre, wäre das sicherlich verheerend für die Bildung von Produktivkapital in unserer Gesellschaft.

Im Trend erklommen die Aktienmärkte in diesem Jahr immer neue Höchststände, begleitet von den üblichen Nebengeräuschen und den entsprechenden Schwankungen. Strategisches Management der Aktienpositionen sichert Gewinne und eröffnet Möglichkeiten zum Einstieg.

Winterthur Consulting Group AG
Rolf Gloor / Dr. Ralph Peterli

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