03.07.2020
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Breite Allianz setzt sich für die Haltestelle Försterhaus in Winterthur Töss ein

Die drei Verkehrsverbände VCS, TCS, ACS und der KMU-Verband Winterthur und Umgebung fordern den Stadtrat auf, sein Gesuch um Streichung der Haltestelle beim Regierungsrat zurück zu ziehen und sich dafür einzusetzen, dass im Zuge der Brüttenertunnelbauten die Möglichkeit für diese Haltestelle weiterhin erhalten bleibt.

Am 27. März 2019 beantragte der Winterthurer Stadtrat beim Regierungsrat die Streichung der im kantonalen Richtplan eingetragenen SBB-Haltestelle «Töss Försterhaus» in Winterthur. Die vier beteiligten Verbände analysierten die Bewegründe und kommen zum Schluss, dass die Stadt Winterthur mit der Streichung dieser Haltestelle eine grosse Chance vergeben würde.

Der «Faktencheck» ergibt, dass die Begründung zur Streichung sachlich nicht stichhaltig ist. Am Anlass wird die Begründung der SBB, eine Haltstelle sei aufgrund der Gleisanordnungen zwischen Ausgang Brüttenertunnel und dem Hauptbahnhof für mehr als 2 Züge pro Stunde nicht mehr möglich, klar widerlegt. So meint der pensionierte Ingenieur Andi Lutz: «Mit einer verbesserten Gleistopologie könnten 4-6 Züge anhalten – ohne die Leistungskapazität gegenüber dem SBB-Projekt einzuschränken». An der Infoveranstaltung wird auch aufgezeigt, dass eine Überwerfung mitten in der Landschaft nicht nötig sein wird und sämtliche Gleisquerungen mit Unterquerungen umgesetzt werden können. Zudem entpuppt sich die von SBB und Stadt beim Planungsbüro Ernst Basler+Partner (EBP) in Auftrag gegebene Potenzialanalyse einer Haltestelle «Töss Försterhaus» als mangelhaft.

Beim Brüttenertunnel handelt es sich um ein für Winterthur und die Ostschweiz wichtiges Projekt, wie Vorstandsmitglied der TCS Ortsgruppe Winterthur und Kantonsrat Dieter Kläy betont. Heute ist die Doppelspurstrecke zwischen Effretikon und Winterthur vollständig ausgelastet. Mit dem Bau des Brüttenertunnels kann der Kapazitätsengpass behoben werden. Dabei soll auch die Chance einer besseren Erschliessung des Stadtteils Töss genutzt werden.

Töss ist als Standort für Gewerbe und Industrie auch in Zukunft sehr interessant. Das Quartier verfügt dank dem Autobahnanschluss über eine hervorragende Erschliessung ans nationale Strassennetz. Unternehmen sind aber auch interessiert, dass die Mitarbeitenden mit dem ÖV anreisen können. Die S-Bahn-Haltestelle Försterhaus erhöht die Attraktivität von Winterthur Töss als Standort für Firmen und sichert so längerfristig die Standortattraktivität der Stadt Winterthur. Darum bekräftigt Bert Hofmänner: «Wir müssen uns heute dafür einsetzen, dass wir in 30 Jahren in Winterthur eine gute Verkehrsinfrastruktur haben».

In der Entwicklungsstrategie 2040 der Stadt Winterthur wird nicht nur dem Gebiet Grüze, sondern auch dem Stadtteil Töss als Teil des urbanen Rückgrats ein besonderes Entwicklungspotenzial zugeschrieben. Annetta Steiner, VCS-Vorstandsmitglied und Gemeinderätin betont: «Die vielen Projekte im Zusammenhang mit der Verbreiterung der A1 sowie dem Ausgangsportal des Brüttenertunnels sind die beste Gelegenheit, um in diesem Stadtteil klare Verbesserungen in Bezug auf ÖV-Erschliessung und Lebensqualität vorzunehmen». Während es auf der Nordseite von Winterthur 5 SBB-Haltestellen hat, gibt es auf der Südseite an der wichtigen Linie in Richtung Zürich keine einzige. Kommt dazu, dass der Hauptbahnhof schon heute sowohl Bahn- wie auch Busseitig an Kapazitätsgrenzen stösst. Müssen Personen aus Dättnau, dem Wohn- und Arbeitsplatzgebiet Töss sowie dem Schlosstal (z.B. von der Schweizerischen technischen Fachschule) zukünftig nicht mehr über den Hauptbahnhof fahren, ergibt dies eine wesentliche Entlastung.

Es ist aus Sicht der Organisatoren wichtig, dass Winterthur mit den grossen Bauprojekten in Töss die sich ergebenden Chancen nutzt.

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