19.11.2021

Sicherheit im öffentlichen Raum

Die Gewalt im öffentlichen Raum nimmt zu, speziell unter Jugendlichen. Seit mehreren Jahren steigt die Zahl der Jugend-Gewaltdelikte und eine Trendwende ist unter der bisherigen Regierung nicht absehbar. Als Lokalpolitiker und Präsident von GastroWinterthur liegt mir die Öffentliche Sicherheit in Winterthur am Herzen. Dafür muss der Fokus jedoch wieder auf die Kernaufgaben der Polizei und Justiz gelegt werden.

Es sind Schlagzeilen, die mich betroffen machen: «Zwei 26-Jährige mit Messer verletzt – Polizei verhaftet drei Jugendliche», oder «19-Jähriger durch Stichwaffe schwer verletzt». Dabei handelt es sich um Beispiele von Jugendgewalt in Winterthur, die sich in den vergangenen zwei Monaten ereignet haben. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass über eine Messerstecherei unter Jugendlichen berichtet wird.

Tatsache ist, dass es unter Jugendlichen in den letzten Jahren häufiger zu Gewaltdelikten kommt. Die Anzahl an Jugend-Strafverfahren im Kanton Zürich steigt seit 2016 konstant an. Noch schlimmer ist es, wenn man sich die Zahl an Gewaltdelikten vor Augen führt: Verglichen mit 2015 haben sich Gewaltdelikte unter Jugendlichen beinahe verdoppelt! Laut Alexandra Ott Müller, Leiterin der Jugendanwaltschaft Winterthur, gehen die Täter auch immer brutaler vor:.«Wir beobachten, dass oft mehrere Jugendliche auf einen einzigen losgehen und auch nicht aufhören, wenn das Opfer wehrlos am Boden liegt», sagt sie dieses Jahr gegenüber dem Landboten.

Für mich ist klar, dass diese Entwicklung gestoppt werden muss. Ich wünsche mir weniger Täter- und mehr Opferschutzschutz. Es beunruhigt mich, wenn ich sehe, wie sich Angriffe häufen und gleichzeitig nichts unternommen wird, um die Täterschaft härter anzupacken. Bedenklich finde ich ausserdem, dass eine breite Debatte in Politik und Gesellschaft ausbleibt.

Nebst verstärkten Personenkontrollen durch die Polizei muss man darüber nachdenken, ob Jugendliche für schwere Gewaltdelikte ab 15 Jahren wie Erwachsene verurteilt werden sollten. Laut Oberjugendanwaltschaft ist der durchschnittliche jugendliche Gewalttäter nämlich erst 15.7 Jahre alt. Die Herabsetzung würde konkret längere Gefängnisstrafen mit begleitender Therapie bedeuten, doch auch die Opfer haben oft lange mit den Folgen der Angriffe zu leben. Der Schutz des Lebens und die Gesundheit der potentiellen Opfer wiegen in einer Abwägung nun mal einfach schwerer!

Heute redet man im Departement Sicherheit und Umwelt lieber über Gender, Klimalösungen und Elektrofahrzeuge. Meiner Meinung nach muss der Fokus jedoch zwingend wieder auf die Kernaufgaben der Polizei gelegt werden. Gäste sollen sich auch auf ihrem Heimweg in der Nacht sicher fühlen. Die Sicherheit der Bürger und Bürgerinnen der Stadt Winterthur steht für mich an erster Stelle.

Thomas Wolf, Fraktionspräsident SVP/Stadtratskandidat

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