25.01.2021
Quelle: https://www.winterthur-glossar.ch/app/default/pub/fw.action/wine.article?ce_id=370&ce_name=BUILDING

Schulbauten – GGR setzt klares Zeichen gegen Kostenwachstum

Kaum sind Schul- und Baudepartement in links-grüner Hand, drohen auch die Kosten für Schulbauten aus dem Ruder zu laufen. Jedenfalls läuten beim Studium der Vorlage zum Schulhaus Steinacker alle Alarmglocken. Wir Freisinnigen wollen solide, funktionale, energieeffiziente und nachhaltige Schulbauten, die ein inspirierendes Lernumfeld schaffen. In Winterthur scheint man sich aber Luxusbauten leisten zu wollen.

Kosten bis 50% über kantonalem Mittel
Wie sonst lässt es sich erklären, dass im Planungs- und Projektierungskredit (PPK) betreffend Neubau Steinacker Baukosten zugrunde gelegt wurden, welche rund 50% höher liegen als der Durchschnittswert von vergleichbaren neuen Schulbauten im Kanton Zürich bzw. der Winterthurer Schulbauten der vergangenen Jahre? Bei Schulbauten genehmigt das Parlament den PPK und nachdem bereits Millionen für die Planung und Projektierung ausgegeben wurden (Steinacker geplant 3,4 Mio.) können wir zum vorliegenden Projekt nur noch ja oder ja sagen, da die Planung meist so lange gedauert und so viel gekostet hat, dass ein «zurück zum Start» keine echte Option mehr ist, zumal der Schulraum dann bereits dringend benötigt wird. So, wie der Planungsprozess derzeit läuft, hätten wir de facto mit dem Planungskredit für das Schulhaus Steinacker einen Blankocheck für maximale Baukosten von Fr. 1’136/m3 (BKP2/GV) oder eben eine Kostensteigerung von bis zu 50% gegenüber dem aktuellen Benchmark von Schulbauten genehmigt. Und das bei der aktuellen, immer kritischer werdenden Finanzlage unserer Stadt? Geht gar nicht.

Wir brauchen neue Prozesse
Wir müssen einen Weg finden, die maximal zulässigen Kosten für Schul- und Verwaltungsbauten schon vor der Planung besser in den Griff zu bekommen und/oder den Mitsprache-Prozess im Parlament neu definieren. Beim Polizeigebäude und beim Schulhaus Wallrüti hat der Gemeinderat jeweils ein Kostendach festgelegt. Die Erfahrung zeigt, dass die eingereichten Projekte auf dieses Kostendach ausgerichtet werden. Damit kann ein solches auch zum Kostentreiber werden, wenn für dessen Festlegung keine valablen Vergleichswerte herangezogen werden.

FDP-Anträge – ein nächster Schritt
Die FDP hat deshalb in der heutigen GGR-Sitzung zwei Anträge gestellt, um die Kosten für das Projekt zu reduzieren: der Projektwettbewerb soll für den Neubau auf der Basis des kantonalen Mittelwertes ausgeschrieben werden (BKP2/GV/m3 Fr. 750 +/- 25% statt wie in der Kostenberechnung zur Vorlage vorgesehen Fr. 909 +/- 25%). Zudem haben wir verlangt, dass der Stadtrat als Behörde vor der Projektierung eine Interessenabwägung vornimmt über die (Nicht-)Entlassung des Schulhauses aus dem kommunalen Inventar der schützenswerten Bauten. Diese Interessenabwägung sollte fester Bestandteil jeder Machbarkeitsstudie sein. Denn eine Entlassung würde völlig neue Möglichkeiten eröffnen und die Kosten deutlich reduzieren. Eine klare Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder ist diesen Anträgen gefolgt. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ein klares Zeichen an die Verantwortlichen, auf welchem Ausbaustandard wir uns Schulbauten in Zukunft leisten.

Wir werden alles daransetzen, dass der Prozess für die Planung von Schul- und Verwaltungsbauten effektiver wird bzw. uns die Kosten eben nicht aus dem Ruder laufen. Es gibt noch viel zu tun – wir bleiben dran!

Romana Heuberger, Mitglied der Kommission Bau und Betriebe

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Markus Läderach 30.01.2021, 18:48

Offenbar ist der Links/Grüne Stadtrat in Ausgeberlaune. Da ist es gut, dass der GGR sich seiner Verantwortung bewusst ist und ein scharfes Auge auf diese, man möchte meinen, ausser Rand und Band geratenen Zustände wirft.

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