22.10.2021

Schlechte Aussichten fürs Altsein in Winterthur?

Aus persönlicher Erfahrung mit älteren Personen weiss und sehe ich, wie die körperliche Beweglichkeit und Mobilität mit zunehmendem Alter abnehmen kann. Und ich spüre die Erleichterung und Dankbarkeit, wenn sie dank persönlicher Hilfe und motorisierter Unterstützung noch allein zu Hause wohnen können. Das stimmt mich nach jedem Besuch bei meiner Mutter oder Tante – beide über 90jährig – nachdenklich.

Was wenn ich einmal in der gleichen Situation bin? Kann ich dann noch in Winterthur zu Hause leben? Wie komme ich dann zum Arzt, zum Essen, zu neuen Schuhen, zum Hörgeräteakustiker oder was ist, wenn ich alle zwei Wochen zur Wundpflege ins Spital muss?
So wie es die rot-grüne Mehrheit wünscht, müsste ich dann die Termine mit dem Bus oder dem Velo wahrnehmen. Aber es zeigt sich – zumindest in meinem Umfeld – fürs Velofahren fehlt die Sicherheit und für den Bus die körperliche Verfassung, da zu schwach oder der Weg zu weit. Ich bin froh, können «unsere» Betagten mit dem Auto zu den Terminen und Besorgungen gefahren werden und haben auch überall nahe Parkierungsmöglichkeiten und somit kurze Wege zum Laufen.

Wenn wir in Winterthur wirklich den alten Menschen ermöglichen wollen, möglichst lange zu Hause wohnen zu bleiben, gilt es auch diese Bedürfnisse in der ganzen Verkehrspolitik zu berücksichtigen. Ich überlege mir dann oft, wie es jenen geht, die die aktuelle Verkehrs- und Behinderungspolitik vorantreiben und heute glücklicherweise noch fit und beweglich sind, falls sie dann einmal gehbehindert und schwach sind. Werden sie dann merken, was sie jetzt erschweren bzw. verunmöglichen wollen?

Iris Kuster, Gemeinderätin Die Mitte

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Edda Walraf 31.10.2021, 08:09

Danke für den wichtigen Aspekt. Die linke Politik meint ja, wir alle fahren mit dem Auto aus Spass herum! - Offensichtich stimmt das für die Mehrheit der Beamten und Planer in den städtischen Büros? Sonst wüssten Sie um die notwendigen Wocheneinkäufe im engen Zeitmanagement von berufstätigen Müttern und Vätern, den frühen und /oder späten Arbeitszeiten von Schichtarbeitern oft weit weg, da man ja mobil sein soll/muss hinsichtlich des Arbeitsplatzes, den Transporten von Kindern und Grosskindern zu Kitas und Hütediensten....
Ganz sicher gibt es auch die anderen, die wirklich nicht unbedingt mit dem Auto unterwegs sein müssen, aber müssen wir wegen diesen wenigen alle anderen einschränken, ihr Leben verteuern oder ihnen Zeit stehlen oder sie vereinsamen lassen? Ih erwarte, dass die Politik innovative Lösungen entwickelt statt ideologische Massnahmen zu erlassen. Die jetzige Stadtregierung hat keine neuen Rezepte.

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