08.09.2021

Neue Stadtmauern – was rot-grün unter Urbanität versteht

Im Mittelalter galt der Spruch Stadtluft macht frei. Im Zeitalter der Industrialisierung wurden weltweit Stadtmauern geschleift. Auch der Aufstieg von Winterthur von einem verschlafenen Landstädtchen zu einer Industriestadt ist stark verbunden mit dem Abbruch der Stadtmauern und hat so sicher das Fundament für den wirtschaftlichen Erfolg gelegt.

Der Verzicht auf Stadttore war nicht nur ein architektonischer Prozess, sondern führte auch zu einer neuen Denkhaltung in der Bevölkerung. Ein Wind der Freiheit und unternehmerischen Initiative erfassten Winterthur. Gleichzeitig entdeckte Winterthur die Mobilität.

Heute werden von rot-grünen Parteien neue Stadtmauern aufgebaut. Mit unsinnigen Verkehrsmassnahmen will man verhindern, dass Leute aus dem Umland in Winterthur arbeiten und einkaufen können. Nichts gegen intelligente Verkehrskonzepte – aber mit der Aufhebung von Parkplätzen, Sperrung von Strassen und Tempo 30 auf dem ganzen Stadtgebiet wird Winterthur nicht attraktiver, sondern zieht sich hinter neuen Stadtmauern zurück. Autos mit alternativen Antriebssystemen wie Elektro- oder Wasserstoffmotoren reduzieren die CO2 Emissionen und verursachen deutlich weniger Lärm. Diese Erkenntnisse und Fortschritte scheinen aber bei den Verkehrsplanern der Stadt noch nicht angekommen zu sein. Die Verkehrsplanung in Winterthur negiert konstant und vorsätzlich den technischen Fortschritt.

Das Denken in der Dimension von Stadtmauern zeigt sich auch bei der Initiative für einen kommunalen Mindestlohn. Die grosse Errungenschaft der Schaffung des Bundesstaats im 19. Jahrhundert war die Schaffung eines einheitlichen schweizerischen Wirtschaftsraums. Mit der Einführung von kommunalen Mindestlöhnen fallen wir ins Zeitalter des Zunftwesens zurück.

Vor der Aufklärung regelten die Städte viele Details des täglichen Lebens, wie wer, wann, welche Kleider tragen oder welche Geschenke zu Hochzeiten und Geburtstagen gemacht werden durften. Viele Ideen der rot-grünen Parteien haben heute den gleichen Denkansatz, der Staat will den Bürgerinnen und Bürgern vorschreiben, wie sie zu leben haben. Früher erliessen die Stadtregierungen auf Druck der Kirchen Sittenmandate und heute reguliert die Politik das tägliche Leben auf Druck von irgendwelchen NGO’s. Gleichzeitig gibt es immer mehr Beamte und Experten, die das Einhalten der immer grösseren Zahl von Vorschriften kontrollieren und selbstverständlich vom Steuerzahler bezahlt werden müssen. Das Perpetuum Mobile der Bürokratie.

Diese ganze Politik wird den Bürgerinnen und Bürgern als «progressive Urbanität» verkauft. Auf diese Form der Urbanität verzichten wir gerne.

Unsere Vision für ein urbanes Winterthur baut auf Bürgerinnen und Bürgern auf, die die Freiheit lieben, Eigeninitiative und Unternehmergeist zeigen und nicht für jedes Problem erwarten, dass der Staat dieses löst. Wir wollen aber auch ein weltoffenes Winterthur, das gute Talente anzieht und den Ruf Winterthurs als Technologiestadt weitertragen.

Thomas Anwander, Präsident HAW

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Ernst Fluri 11.09.2021, 17:11

Das ist halt auch in Winterthur so, wo links Regiert wird, ist der Abgrund nahe, aber jedes Land oder Stadt hat die Regierung die von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt wurde!

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