13.01.2023
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Für ein leistungsfähiges aber finanzierbares Gesundheitswesen

Steigende Krankenkassenprämien, Pflegenotstand, Hausärztemangel, fehlende Medikamente und unzufriedene Patienten und Mitarbeitende in der Pflege – gehört unser Gesundheitssystem auf die Intensivstation? Leider gibt es gegen steigende Gesundheitskosten nicht einfach eine Impfung und immer mehr Prämienverbilligungen sind auch nicht die richtige Therapie.

Das Thema Gesundheitskosten ist komplex. Es gibt kein Wunderrezept. Folgende Massnahmen könnten – unter vielen anderen – dazu beitragen, die Kosten zu reduzieren. Dabei muss immer das Wohl der Patientin oder des Patienten im Mittelpunkt stehen. Partikularinteressen haben keinen Platz, wenn es um das Gesamtsystem Gesundheit geht.

Rasche Einführung des elektronischen Patientendossiers. Bei jedem Arztbesuch, jedem Spitaleintritt oder jeder Überweisung müssen nicht nur viele Formulare ausgefüllt werden, sondern es werden auch viele Tests und Abklärungen mehrfach durchgeführt. Mit dem elektronischen Patientendossier könnten solche Abläufe vereinfacht und Doppelspurigkeiten vermieden werden.

Reduktion der Verschreibung von Medikamenten Insgesamt werden in der Schweiz zu viele Medikamente weggeworfen, weil oft zu grosse Packungen abgegeben werden. Zudem sind die Dosierungen für Frauen zu überprüfen, die oft zu hoch sind.

Obligatorische Patientenverfügung Viele Behandlungen und Kosten fallen in den letzten Lebensjahren an. Dies ist auch okay, aber häufig werden wegen falschen finanziellen Anreizen Behandlungen durchgeführt, die nicht gewünscht werden, aber trotzdem bezahlt werden müssen. Mit einer Patientenverfügung kann vorgängig festgelegt werden, welche medizinische Behandlungen in einer schwierigen Situation gewünscht werden.

Stärkere Nutzung der künstlichen Intelligenz auch in der Medizin. Patienten sollen auch in Zukunft von Menschen und nicht von Robotern gepflegt und behandelt werden. Eine stärkere Digitalisierung der Medizin kann die Diagnose verbessern, automatisierte Laboruntersuchungen ermöglichen eine effizientere Abwicklung und robotergestützte Operationen tragen dazu bei, dass weniger Komplikationen auftreten und sich die Patienten schneller erholen. Evidenzbasiert eingesetzt, können KI und Robotik Kosteneinsparungen bewirken.

Gerade weil das Gesundheitswesen stark reguliert ist, ist es die Aufgabe der Politik, hier die richtigen Weichen zu stellen, damit wir in Zukunft ein Gesundheitssystem haben, das uns gesund, aber nicht arm macht.

 

Thomas Anwander
Präsident Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur
Kantonsratskandidat der Mitte Stadt Winterthur für den Zürcher Kantonsrat

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