26.05.2020

Cluster-Initiative: Durch gebündelte Kräfte zu langfristigem Erfolg

Winterthur gehört schweizweit zu den konkurrenzfähigsten Wirtschaftsregionen. Nicht nur die gute Erschliessung, sondern jahrhundertelange Industrietradition, Pioniergeist und eine kluge Kombination von Wissenschaft und Praxis machen die Eulachstadt seit jeher stark. Auch wenn die Coronakrise die Weltwirtschaft kurzzeitig zum Durchschnaufen zwingt, ist davon auszugehen, dass der globale Standortwettbewerb künftig weiter an Intensität gewinnen wird.

Um langfristig zu einer noch besseren Positionierung Winterthurs beizutragen, lancieren die Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur (HAW), der Technopark Winterthur (TPW) und House of Winterthur (HoW) gemeinsam die Cluster-Initiative. In den drei für die Region traditionell bedeutsamen Themengebieten Energie, Gesundheit und Maschinenbau möchte man für Unternehmen und Institutionen aller Grössen Raum für Austausch, Wissenstransfer und Brandbuilding schaffen und so letztlich dazu beitragen, Arbeitsplätze und Steuersubstrat zu schaffen.

Als «Cluster» werden geographische Häufungen von Wirtschaftsteilnehmern bezeichnet, die in ähnlichen Geschäftsbereichen agieren und aufgrund ähnlicher Wertschöpfungsketten und Interessen von gemeinsamen Beziehungen profitieren. Hochschulen, Ausbildungseinrichtungen und andere Kompetenzzentren gehören ebenfalls zu diesen Netzwerken. Cluster haben meist eine langjährige Tradition und entwickeln sich bis zu einem gewissen Grad selbständig – doch eine aktive Clusterbewirtschaftung kann durch die Bündelung der Kräfte und die Zentralisierung administrativer Tätigkeiten ein entscheidender Erfolgsfaktor sein. Dabei ist wichtig, bestehende Stärken zu nutzen und so bisher ungenutztes Potential freizusetzen. Dr. Ralph Peterli, Geschäftsführer der HAW, erklärt deshalb: «Wir legen grossen Wert auf die Praktikabilität der Initiative. Aus diesem Grund möchten wir diejenigen Bereiche stärken, in denen Winterthur bereits heute vorne dabei ist und bei denen wir davon ausgehen, dass sie auch in Zukunft eine tragende Rolle für die Region haben werden.» Vor diesem Hintergrund haben sich die federführenden Organisationen HAW, TPW und HoW zur Benennung der drei Cluster Smart Energy (Energietechnik/Bauwirtschaft/Verkehr, Verantwortung TPW), Smart Health (Gesundheitswesen, Verantwortung HoW) und Smart Machines (Maschinenbau/Sensorik, Verantwortung HAW) entschieden. Die Schwerpunkte werden dabei auf die Themen Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle und Nutzung neuer Marktchancen gelegt.

Für die Cluster-Initiative bietet sich in Winterthur als anerkanntes Zentrum der praxisorientierten Bildung ein idealer Rahmen für institutions- und unternehmensübergreifende Projekte. Beispielsweise könnte das Ermöglichen von Forschungsarbeiten durch Studierende Vorteile für Hochschulen und Firmen bieten. Diverse weitere Projekte zwischen Lehre und Praxis sind denkbar. In Einzelfällen geschehe das auch bisher, wie Peterli erläutert, «doch Unternehmen und Hochschulen, die teilweise fast Tür an Tür an ähnlichen Projekten arbeiten, wissen heute teilweise nichts von gemeinsamen Bedürfnissen. Das wollen wir auflösen – die Initiative bringt die richtigen Leute miteinander an den Tisch und hilft so, brachliegendes Potential aufzudecken und zu realisieren.» Die Initiative verfolgt einen Bottom-Up-Ansatz: Interessierte Institutionen und Unternehmen sind eingeladen, an einer Reihe von Veranstaltungen und Experten-Roundtables, die die Cluster in naher Zukunft organisieren werden, konkrete Umsetzungen zu erarbeiten.

Die drei Cluster verfügen über je einen offiziellen Ansprechpartner und werden durch je einen Cluster-Manager fachlich betreut. Durch Erfahrung, Netzwerk und fachliche Kompetenz soll möglichst gezielt und effizient Mehrwert geschaffen werden. Die Cluster verfolgen zwar insgesamt ähnliche Ziele, agieren aber aufgrund unterschiedlicher Fortschritte in ihren jeweiligen Tätigkeiten in sich eigenständig. «Die operativen Aktivitäten der einzelnen Cluster sind individuell – wichtig ist, dass wir eine gemeinsame strategische Stossrichtung verfolgen und unser Anliegen, die langfristige Stärkung des Wettbewerbsstandorts Winterthur, nachhaltig vorantreiben.», erklärt Peterli die Rollenverteilung.

Auch wenn die aktuelle Krise nicht der Auslöser der Initiative ist; sie verdeutlicht, wie wichtig lokaler Zusammenhalt und regionale Netzwerke sind. «Die Krise zeigt auch, dass das Thema der unabhängigen und lokalen Produktion in Zukunft wichtiger werden wird.», fügt Peterli an. Der Wirtschaftsstandort Winterthur hat die besten Voraussetzungen, auch langfristig zu den führenden Arbeits- und Wohnregionen der Schweiz zu gehören. Die Lancierung der Cluster-Initiative ist ein Meilenstein, dieses Potential durch konkrete Massnahmen zu nutzen.

Über die Initiativdetails informiert die Medienmitteilung der Initiative unter www.haw.ch/clusterstrategie.

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Ralph Peterli 26.05.2020, 14:19

Die Initianten suchen den aktiven Kontakt mit den Entwicklungsverantwortlichen der Firmen. Melden Sie sich für den Cluster-Newsletter an: https://www.haw.ch/clusterstrategie (am Schluss der Seite)

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